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Wenn Sie diese 5 Schritte befolgen, können Sie Ihr perfektes Corporate Design entwickeln.

In nur Bruchteilen einer Sekunde hat man sich eine Meinung über eine Person oder einer Sache gebildet. Über die Ebene des Corporate Designs, also des visuellen Erscheinungsbildes, machen sich Außenstehende und potentielle Kunden einen ersten Eindruck über Sie und ihr Unternehmen. Man hat nur einmal die Chance auf einen ersten Eindruck, warum dann nicht gleich einen guten machen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Corporate Design zu entwickeln. Sie können es alleine entwickeln, mit anderen Personen zusammen oder eine Agentur beauftragen. Egal wie Sie die Aufgabe angehen, möchte ich Ihnen folgende 5 Schritte ans Herz legen, damit Sie zu Ihrem perfekten Corporate Design gelangen.

 

Als Corporate Design wird das visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens bezeichnet. Dieser Begriff wird oft mit Corporate Identity, der Unternehmensidentität, verwechselt. Nichtsdestotrotz spielen die beiden Begriffe eng zusammen. Gemeinsam mit der Corporate Behaviour (Verhalten) und der Corporate Communication (Kommunikation) bildet das Corporate Design die Corporate Identity (Identität/ Kultur), welche die Selbstwahrnehmung des Unternehmens darstellt (Siehe CI-Modell von Birgit Stadler Funck). Hinzu kommt das Corporate Image. „Alle Äußerungen – gleich welchen Mediums und egal, ob intendiert oder nicht intendiert – formen das Bild eines Unternehmens, das Corporate Image“ (Vgl. Birgit Klaus/Stadler, Marius M./ Funck, Hans Joachim (Hg.) Corporate Identity. 9. Auflage, Landsberg 1998, S. 23) (Abb. 1). Die These basiert auf der Annahme, dass die Wahrnehmung von Unternehmen sehr viel mit der Wahrnehmung von Personen gemeinsam hat. „Sie ist ganzheitlich, schematisch, wertend, konsistent und stabil, zeichnet sich durch hohe Wiedererkennbarkeit auch nach vielen Jahren aus, und es werden die charakteristischen Eigenschaften attribuiert“ (Volker Trommsdorf, Markenmanagement und Kommunikation – Schwachstellen und Chancen, Heft 4/5, S. 4).

Wenn man das einmal verstanden hat, ist das Corporate Design ein sehr machtvolles Werkzeug, um die Werte, die das Unternehmen vertritt, nach außen zu tragen. Aber wie entwickelt man denn nun ein passendes Corporate Design? (Da dies nur ein kleiner Anriss über Corporate Identity ist, schreiben Sie uns gerne, wenn Sie mehr über das Thema wissen wollen und wir erstellen noch einen weiteren Blog Beitrag, da die Corporate Identity essentiell wichtig für Unternehmen ist)

1. Wer sind wir als Unternehmen und wo wollen wir hin?

Bevor Sie oder die Agentur sich an Ideen und Skizzen für ein Logo setzt, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, wer Sie als Unternehmen sind. Definieren Sie Ihr Unternehmen. Wofür stehen Sie? Was ist Ihre Mission und was sind Ihre Werte? Aber vor allem: Was unterscheidet Ihr Unternehmen von anderen? Daraus können Sie nämlich Ihren USP (Unique Selling Proposition) definieren.

 

 

 

Um zu verdeutlichen, dass das Corporate Design nicht nur ein hübsches Logo ist möchte ich kurz das Eisbergmodell von Edgar Schein erläutern, da dieses sehr gut erklärt, dass das Corporate Design lediglich ein Artefakt der Unternehmenskultur ist und von den öffentlichen propagierten Werten und den grundlegend unausgesprochenen Annahmen beeinflusst wird. Wenn man dieses Modell verstanden und ausgefüllt hat, ist man den Kernwerten für das Unternehmen schon ein Stück näher gekommen. Diese sind für die Entwicklung einen Corporate Designs extrem wichtig, denn die Werte, die ein Unternehmen vertritt, sollen ja durch das visuelle Erscheinungsbild (Corporate Design) nach außen getragen werden. Wenn man mit dem Modell noch nicht ganz warm geworden ist, kann man sich auch zunächst folgende Fragen stellen:

  1. Was unterscheidet Ihr Unternehmen von anderen? (Vor allem, wenn es einen oder mehrere Anbieter in der Branche gibt) Also was ist Ihr USP?
  2. Was schätzen Kunden an Ihrem Unternehmen? Haben Sie schon öfter Komplimente bekommen? Wenn ja, gab es dort Übereinstimmungen?
  3. Warum sollte jemand bei Ihnen arbeiten wollen?
  4. Was ist Ihre Mission? Was ist Ihre Philosophie?
  5. Wenn Sie Ihr Unternehmen selbst in drei Worten beschreiben müssten, welche wären das? (Relation zu den Kernwerten)

Die Corporate Identity kann sich im Verlaufe der Jahre selbstverständlich verändern. Die Welt, das Unternehmen entwickeln sich und die Corporate Identity mit. Deswegen sollte man in regelmäßigen Abständen prüfen, ob die Selbstwahrnehmung und das Fremdbild noch zueinander passen.

 

2. Recherche

Wenn man für sich festgelegt hat, wer man selbst ist und wo man am Markt stehen möchte, ist es natürlich auch wichtig zu recherchieren, was es am Markt schon gibt. Was bieten andere Unternehmen in der gleichen Branche an? Wer ist deren Zielgruppe? Was ist deren Mission? Legen Sie viel Wert auf die Recherche und lassen Sie diese nicht nur nebenher laufen, denn Ihr Motto sollte immer lauten: „Ich mache es besser als die anderen.“

 

3. Wer ist Ihre Zielgruppe?

Kommen wir zum dritten Schritt. Jedoch ist auch jetzt noch nicht die Zeit gekommen um sich an erste Skizzen zu setzten, denn was viele vergessen ist, dass ich mit meinem Unternehmen eine bestimmte Zielgruppe ansprechen möchte und die darf bei der Gestaltung des Corporate Designs auf keinen Fall aus den Augen gelassen werden. „Zielgruppen sind das Maß der Dinge. Sie werden verstanden, vermessen, in Sinus-Millieus eingeteilt. Empfängerorientierung ist das Zauberwort. Simonetta Carbonaro rät Unternehmen, nicht länger nur die Wünsche der Zielgruppe zu bedienen, sondern die hinter den Wünschen liegenden Bedürfnisse zu verstehen“ (Vgl. Carbonaro 2012, S.7). Wenn Sie zum Beispiel Ihre Zielgruppe in Sinus-Milieus eingeteilt haben, können Sie sogenannte Personas erstellen. „Personas (lat. Maske) sind Nutzermodelle, die Personen einer Zielgruppe in ihren Merkmalen charakterisieren. Sie können zum Beispiel einem Entwicklerteam aufgrund ihrer umfangreichen Beschreibung helfen, sich in die Lage der potenziellen Nutzer zu versetzen und diese Perspektive während des gesamten Designprozesses leicht zu vertreten. Sie werden mit einem Namen, einem Gesicht, einer Funktion, einem Werdegang und einem Privatleben versehen. Personas verfügen über Ziele und Verhaltensweisen, haben Vorlieben und Erwartungen“ (https://www.onlinemarketing-praxis.de/glossar/personas). Durch die Erstellung von Personas wird es Ihnen leichter fallen, Ihr Corporate Design so zu gestalten, dass es auch die Zielgruppe anspricht, die es ansprechen soll.

 

4. Das Corporate Design entwickeln

Kommen wir nun zum Gestaltungsteil. Ein Corporate Design besteht zunächst aus den Basiselementen wie Logo, Typografie, Farbe, Form und Bildsprache. Diese können dann zum Beispiel auf weitere Medien, wie die Geschäftsausstattung angewandt werden, welche vom Umfang her natürlich von Unternehmen zu Unternehmen variiert. Dann kommen noch je nach Unternehmen die Punkte Web- und Printmedien und die generelle Außendarstellung hinzu. Fangen wir mit dem Brainstorming für ein Logo an. Dabei sollte man immer folgendes Zitat von Kurt Weidemann im Hinterkopf behalten: „Die Form eines guten Logos ist so einfach, dass man sie mit dem Fuß in den Sand zeichnen kann.“ Es funktioniert in Schwarz/Weiß (Ich würde sowieso empfehlen, das Logo zunächst in Schwarz/Weiß zu gestalten, denn ein Logo, dass in Schwarz/Weiß nicht funktioniert, wird auch in Farbe nicht funktionieren!), in groß und klein und überall. Merken Sie sich, dass ein gutes Logo eingeständig und einprägsam ist, einen hohen Wiedererkennungswert hat und unverwechselbar für ein Unternehmen/ eine Marke steht (Vgl. Prof. Gisela Grosse, Bausteine des CD, S.12-13). Bevor es an die Skizzen geht, sollten Sie sich vielleicht schon mal überlegen, welche Art von Logo zu Ihrem Unternehmen passen könnte. Eine reine Wortmarke? Oder doch eine Kombination aus Wort- und Bildmarke? Wenn Sie da schon mal eingrenzen können, wird Ihr Weg zum perfekten Corporate Design definitiv klarer.

 

 

Das Logo

Nun können Sie oder die Agentur sich an die ersten Skizzen setzen. Denken Sie immer an die Frage: Was möchte ich mit dem Logo vermitteln? Was für Assoziationen sollen rüberkommen? Dazu gibt es natürlich verschiedene Kreativtechniken, wie zum Beispiel eine morphologische Matrix. Hierbei werden in der linken Spalte verschiedene Parameter, wie zum Beispiel die am Anfang erarbeiteten Kernwerte, eingetragen und in der rechten die verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten. Somit kommen Sie in kurzer Zeit auf viele verschiedene Ansätze, die Ihnen dabei helfen, eine top Lösung zu finden.

 

Typografie

Wenn Sie mit einer Logoidee zufrieden sind, geht es auf die Suche nach der passenden Schrift für das Unternehmen. Grundsätzlich kann man hier erst mal von einer Serifen- oder Serifenlosen Schrift unterscheiden. Natürlich gibt es auch noch andere Stile, wie Kalligrafie oder Handwriting, aber diese sind meist nicht gut ausgebaut, haben also nicht so viele Zeichen und werden dementsprechend eher selten für ein Unternehmen genutzt. Verschiedene Schriften, ja sogar verschiedene Schriftschnitte einer gleichen Schriftfamilie haben verschiedene Wirkungen, deswegen ist es immer zu empfehlen, die Ideen bei unabhängigen Personen zu testen, um zu gucken, ob Ihre Assoziationen, mit dem, was Sie vermitteln wollen, übereinstimmen.

Farbe

Auch hier können wir wieder auf die Kernwerte zurückgreifen, die wir am Anfang erarbeitet haben. Mit Farben können bestimmte Assoziationen geweckt werden und genau das wollen wir uns zu Nutzen machen. Wenn man die richtige Farbe für sein Unternehmen gewählt hat, können Menschen allein an dieser das Unternehmen erkennen. Kleines Beispiel gefällig? Versuchen Sie folgende Farben den entsprechenden Unternehmen zuzuordnen (Für Auflösung Farbe anklicken).

 

Coca Cola

Milka

Telekom

Deutsche Post

 

Wichtig ist auch, dass Sie sich vorher im Klaren darüber sind, wo Ihr Unternehmen hauptsächlich auftreten wird. Sind sie ein reiner E-Commerce Shop? Oder doch eher ein Unternehmen mit Ladenlokal und Büro? Falls Sie einen reinen E-Commerce Shop betreiben werden Sie ausschließlich in der digitalen Welt agieren, das heißt, Sie können alle Farben des RGB-Spektrums nutzen. Dieses bietet noch mal mehr Möglichkeiten und kann viele Farben leuchtender und strahlender darstellen als der CMYK Farbraum. Diesen müssen Sie benutzen, sobald Sie auch im Print Bereich tätig sind und zum Beispiel Visitenkarten haben, Plakaten drucken lassen, Rechnungen schreiben oder Flyer verteilen lassen wollen. Und falls Sie in beiden Welten unterwegs sind, also Digital und Print, achten Sie immer darauf, dass Sie mit dem CMYK-Wert nah genug an den von Ihnen gewählten RGB-Wert herankommen, damit es nicht zu große Abweichungen gibt.

 

Form und Bildsprache

Wenn Sie Logo, Typografie und Farbe festgelegt haben, sind Sie schon einen großen Schritt weiter. Jetzt ist es noch wichtig Form und Bildsprache zu definieren. Wenn man dies erfolgreich schafft, muss man sein Logo teilweise gar nicht mehr platzieren, da die Menschen mit der Form/ der Bildsprache nur noch das jeweilige Unternehmen assoziieren. Zu welchem Unternehmen gehört wohl diese untenstehende Form? Und zu welcher Marke gehört wohl das Kampagnenfoto?

Für Auflösung das Bild anklicken.

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5. Vorgaben festhalten

Nachdem Sie das Corporate Design entwickelt haben, ist es wichtig, dieses auch in einem „Manual“ festzuhalten. Somit wissen zum Beispiel Agenturen, die das Corporate Design nicht mitentwickelt haben, wie es anzuwenden ist. Dies wird in dem Manual durch Anwendungsbeispiele, wie Website, Plakat, Geschäftsausstattung, Animation oder ähnliches verdeutlicht.

 

Zu guter Letzt: Seien Sie anders als andere und machen Sie es besser! Nachmachen kann jeder. Natürlich erwischt man sich auch selber mal dabei, wie man gewissen Trends folgt, aber erst wenn Sie sich herausheben, wie zum Beispiel eine besondere Papierwahl in der Geschäftsausstattung, bleiben Sie den Menschen im Gedächtnis.

 

Vera Horstmann

Vera Horstmann B. A.

Junior Designerin

Münster

6. June 2019